Musterbestände zum Waldumbau
Stieleichen-Bestand 1,5 ha aus 1991/92er-Kultur
Zoombild vorhanden
© Blacek, AELF WM
Stieleichen-Bestand 1,5 ha aus 1991/92er-Kultur, Frieding
Nach den 1990er Stürmen Vivian und Wiebke wurden auf der 1,5 ha großen Kahlfläche Stieleichen und Linden gepflanzt und seither konsequent gepflegt.
Ausgangslage
Nachdem mehrere seiner von der Fichte dominierten Bestände den 1990er Stürmen Vivian und Wiebke zum Opfer gefallen waren, entschloss sich das Benediktinerstift St. Bonifaz (Kloster Andechs), das Schadensrisiko künftig durch den Anbau von alternativen Baumarten zur Fichte und durch die Förderung von gemischten Beständen zu minimieren. So wurden auf den Kahlflächen neben anderen Baumarten erstmalig für den Klosterwald Stieleichen und Winterlinden gepflanzt. Davon ist der Musterbestand mit 1,5 Hektar der größte.
Bisherige Maßnahmen
Die Pflanzung erfolgte 1991/92. Zu Pflanzung und Maßnahmen der Kultursicherung liegen keine Informationen vor. 2007, 2012 und 2021 fanden Pflegeeingriffe statt. 2007 wurden die Eichen und Linden bedrängende Weiden und Birken entnommen oder geringelt. Mehrstämmige Weiden wurden teilweise nur vereinzelt. Ziel der Maßnahme war, Eichen und Linden in einem möglichst dichten Stand zu erhalten, damit insbesondere bei der Eiche die beschatteten Äste absterben und abfallen und wertvolles astfreies Holz im unteren Stammbereich heranwächst. Demselben Ziel folgten die späteren Eingriffe. Wobei mit zunehmender Höhe der Bäume auch gut geformte Eichen mit geraden Schäften gezielt gefördert wurden. Die Linde übernimmt in weiten Teilen des Bestandes eine „dienende“ Aufgabe, indem sie im Unterstand die Stämme der Eiche beschattet oder im Zwischenstand das Kronendach schließt und so die Stämme im Schatten hält. Besonders im Südosten des Bestandes ist die Ausformung gerader, vitaler Eichen mit keinen bzw. wenigen Ästen im unteren Stammbereich gelungen.
Zukünftige Maßnahmen
Wo vorhanden, werden gutgeformte Eichen behutsam durch Entnahme und Ringelung von bedrängenden Linden, Birken und Weiden sowie schlecht geformten (krummen, zwieseligen) Eichen gefördert. Ansonsten werden alle Mischbaumarten (Linde, Birke, Bergulme) erhalten und gefördert. Ziel ist es, einen Eichen-Mischbestand mit möglichst vielen Eichen guter Holzqualität zu erhalten.
Wozu Ringeln?
Beim Ringeln wird die Bastschicht rund um den Stamm durchtrennt. In der Bastschicht werden die in den Blättern produzierten Assimilate, gleichsam die Nahrung des Baumes, zu den Wurzeln transportiert. Wird die Bastschicht durchtrennt, „verhungert“ der Baum allmählich. Da in den äußeren Holzschichten noch Wasser in die Blätter transportiert wird, lebt der Baum meist noch einige Jahre, wächst aber kaum noch. Bei der Jungwuchspflege im Laubholz macht man sich dies zunutze. Der allmählich absterbende Baum bedrängt einen zu fördernden Baum nicht mehr, beschattet aber dessen Stamm. Später liefert er für viele Arten wertvolles stehendes Totholz und trägt zur Artenvielfalt bei.
Lageplan und Anfahrtsbeschreibung
Mit dem Auto: Parken an erstem nach Osten verlaufenden Feldweg auf der Gemeindeverbindungstraße Rothenfeld-Frieding von Rothenfeld kommend. Durchfahrt bitte freilassen! Zu Fuß: 800 Meter auf Feldweg nach Südosten. Musterbestand rechts entlang des Feldweges.
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