Musterbestände zum Waldumbau
Fichten-Altbestand: Waldumbau auf Fläche und in kleinen Lücken, Weilheim
Zoombild vorhanden
© Blacek, AELF Weilheim i.OB
Waldumbau - Lücken im Altbestand nutzen
Obwohl Flächenform (lang und schmal) und Zugänglichkeit Arbeiten im Wald erschweren, nutzt die Eigentümerin und ihre Familie konsequent sowohl kleine Lücken im Altbestand als auch großflächige Schirmstellungen des Altholzes, um Mischbaumarten einzubringen und den reinen Fichtenwald in einen Mischwald umzuwandeln.
Ausgangslage
Es ist ein für viele Waldbesitzer in Bayern typisches Waldgrundstück: Etwas über einen Hektar groß. 19 bis 86 Meter breit und knapp 300 Meter lang. Ein unmittelbarer Anschluss zu einer Waldstraße ist nicht vorhanden. Forstliche Maschinen gelangen nur über Fremdgrundstücke, Wiesen oder Waldflächen, auf das Grundstück. Obwohl die Ausgangslage Arbeiten im Wald erschwert, bemüht sich die Eigentümerin und ihre Familie schon längere Zeit um einen Umbau des reinen Fichtenwaldes in einen Mischwald. Der Boden ist überwiegend mäßig frisch und kiesig, kann also die Fichte nicht optimal mit Wasser versorgen. Außerdem ist er kalkreich, was die Fichte anfälliger für Rotfäule macht. Die gezielte Einbringung und Förderung von Mischbaumarten, die besser mit den gegebenen Standortsverhältnissen zurechtkommen, verspricht eine höhere ökologische und ökonomische Stabilität des künftigen Waldes. Um Mischbaumarten einzubringen, werden sowohl kleinflächig Lücken im Altbestand genutzt als auch großflächig Vorbauten unter dem Schirm des Altholzes angelegt.
Bisherige Maßnahmen
Von Süden kommend findet man gleich am Waldeingang kleine Gruppen von Elsbeeren und Wildkirschen, die im Frühjahr 2020 in Lücken im Altholz gepflanzt worden sind. Etwas weiter Richtung Norden wurden 2005 in eine etwas größere Lücke Bergahorn, Buchen und Lärchen in Gruppen- bzw. Einzelmischung gepflanzt. Schließlich gelangt man zu einem großen und einem kleinen Zaun mit 2020 unter die ca. 100jährige Fichten eingebrachten Tannen und Buchen. Auch außerhalb des Zaunes befinden sich einzelne extra mit Gitter geschützte Tannen. Fichten, einzelne Lärchen und einige Laubbaumarten verjüngen sich natürlich. Insbesondere die für den Standort sehr gut geeignete und zukunftsfähige Eiche verjüngt sich rege. Ohne flächigen Wildschutz im Zaun oder punktuellen Schutz einzelner Bäume haben Tannen und Laubbäume keine Chance, groß zu werden. Nur im Zaun gelingt es, das Potential der natürlichen Verjüngung auf der gesamten Fläche zu nutzen.
Zukünftige Maßnahmen
Sobald der Höhentrieb der lichtliebenden Elsbeeren und Wildkirschen stagniert oder verflacht, wird für mehr Licht gesorgt. Dazu werden um die Pflanzgruppen einzelne Fichten entnommen. Gleiches gilt für die Vorbauten der Tanne und Buche unter dem Fichtenaltholz. Bei der Tanne kann die Länge des jüngsten Höhentriebes mit der Länge der Seitentriebe verglichen werden. Ist diese wesentlich kürzer als die der Seitentriebe, wird nachgelichtet. In lichteren Partien kann die zum Teil reichlich vorhandene Fichtenverjüngung möglicherweise Buche und Tanne bedrängen. Um die Schattbaumarten Buche und Tanne zu begünstigen, wird hier weniger aufgelichtet. Überwächst in der Verjüngung die Fichte dennoch Tanne und Buche, wird sie zurückgenommen.
Um Schäden an der Verjüngung zu vermeiden, werden die Altfichten nach und nach geerntet. Maßstab für die Eingriffsstärke und Eingriffsintervalle ist neben dem Lichtbedarf der Verjüngung vor allem der Gesundheitszustand (insbesondere Rotfäule) der Bäume. Sobald in den älteren Buchen- und Bergahorngruppen gut geformte Bäume die gewünschte astfreie Schaftlängen (ca. 8 m) erreicht haben, werden diese durch Entnahme von schlecht geformten Bedrängern gefördert. So kann sich eine große Krone ausbilden und wertvolles Holz zuwachsen. Zum Ausbau vitaler Kronen werden die Lärchen zeitig aufgelockert, sobald sich gleich hohe Bäume bedrängen.
Lageplan und Anfahrtbeschreibung
Mit dem Auto: Parken am Parkplatz an der Straße Im Hardt (Weilheim-Bauerbach).
Zu Fuß: ca. 60 m zurück Richtung Weilheim, rechts auf den Wiesenweg in der Talsohle abbiegen und diesem ca. 100 m folgen. Dann links bergauf dem Höhenrücken folgen. Bitte am Wiesenrand gehen! Nach ca. 150 m beginnt der Musterbestand. Bitte Zäune nicht betreten!
Zu Fuß: ca. 60 m zurück Richtung Weilheim, rechts auf den Wiesenweg in der Talsohle abbiegen und diesem ca. 100 m folgen. Dann links bergauf dem Höhenrücken folgen. Bitte am Wiesenrand gehen! Nach ca. 150 m beginnt der Musterbestand. Bitte Zäune nicht betreten!
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